WEM: Neil weiterhin/wieder in Führung

Je nachdem wie oder wo man die Geschehnisse verfolgt. Wenn “nur” hier, dann immer noch, wenn live, dann wieder. So oder so, Neil grüßt von der Tabellenspitze und ist auf Normenkurs.

6. Runde: FM Neil Albrecht – FM Eduard Miller
Der Heilbronner wählte gegen Neils e4 die Caro-Kann-Verteidigung, welche Neil mit 3.e5, der sog. Vorstoßvariante beantwortete (wer dazu mehr lernen will: Caro-Kann, Vorstoßvariante | www.ich-lerne-schach.de ).
Anders wie im Link, ließ Neil es mit seinen Bauern am Damenfügel krachen. Daraus resultierten konstante Vorteile bis hin zu +1,5. Doch solche Stellungen sind bekanntlich weit weg vom gewonnen sein. Daher überlegt euch in dieser Stellung kurz selbst, wie ihr den Vorteil von +1,5 behaltet:

Neil wählte 26.Tc8+ und der Vorteil reduzierte sich auf +0,5 und kurz darauf wurde es Remis.
“Richtig” wäre hier laut Engine 26.h4 gewesen. Der Vorteil bleibt bei +1.5, aber gewonnen ist es auch damit (noch) lange nicht.
Hier die Partie zum Nachspielen: Württembergische Einzelmeisterschaft | Masters – Runde 5

Neil liegen die Spieltage mit zwei Runden – 4/4
Am Freitag stand dann wieder ein Spieltag mit zwei Runden auf dem Programm. Wie auch schon am Dienstag, sollte Neil hier die maximale Punkteausbeute einfahren.

6. Runde: FM Dr. Georg Braun – FM Neil Albrecht
Gegen den Mathematiker Georg, der jüngst bei der DEM GM Donchenko (Elo 2615) geschlagen hatte, war es für Neil klar, dass er einen sehr guten Tag haben müsste – und er hatte ihn. Sauber spulte er sein know-how der Sizilianischen Verteidigung ab und verbesserte sukzessive seine Stellung und kurz vor dem Ende der Partie kam es zu folgender Stellung:

Für alle jugendlichen Mitleser oder Mitleser, die noch nicht so tief im Schach drinstecken: Im Endspiel ist ein Turm auf der 7.Reihe (aus Sicht von Schwarz natürlich die 2. Reihe) Gold wert – und Neil hatte hier zwei davon. Dies war für seinen Gegner natürlich nicht zu halten.

7. Runde: FM Neil Albrecht – Tim Gavrin
Der junge Waiblinger “ziert” zwar das Tabellenende, erwies sich aber im Turnier schon oft als unangenehmer Gegner, wenn man als Elo-Favorit auf den vollen Punkt spielt. Sein Remis in der 6.Runde gegen GM Korneev schadete sicherlich nicht seinem Selbstvertrauen und dementsprechend spielte er auch seine Partie gegen Neil.
Lange schwankte die Engine in einem vernachlässigbaren Bereich von -0,5 – +0,5 (in etwa), doch dann wählte Gavrin den Zug 27….Te8-e7:

Nun sagt die Engine “Blunder” und steigt um 2,6 auf +2,1 – aber warum?
Der Turm auf e7 ist nun ungedeckt und die weiße Batterie (Hintermann Te1, Vordermann Le3) wird gefährlich.
An unsere Jugendlichen: Das ist der Grund, warum die Arbeit mit den Bänden der Stappenmethode Sinn macht (kostenlose Werbung ist mehr als verdient 😉 ). Natürlich ist das eine Batterie auf ganz anderem Niveau und auch nur ein Läuferzug (Lxc5 oder Lxg5) verbessert die Stellung, der andere verschlechtert sie sogar. Wieder die Möglichkeit, selber nachzudenken…
Zu unser aller Trost: Neil hat es (hier) auch nicht gesehen, sondern spielte hxg5. Allerdings hätte sich Schwarz da noch mit Sxg5 retten können, spielte aber hxg5. Und ein zweites Mal “übersieht” Neil einen Abzugsangriff natürlich nicht:

Hier spielte er Lxc5 und gewann kurz darauf.
Hier die Partie zum Nachspielen: Württembergische Einzelmeisterschaft | Masters • Runde 7 • lichess.org

Somit steht Neil mit starken 5,5/7 an der Spitze. Er ist nun alleiniger Tabellenführer, auch weil Georg Braun die Niederlage gegen Neil am Vormittag gut verdaute und Neils stärkstem Widersacher, GM Rozentalis, ein Remis abnahm. Der Litauer ist Neils heutiger Gegner. Bei einem Sieg, wäre Neil vorzeitig Erster. Bei einem Remis ist noch alles offen, zumal Neil mit FM Zuferi in der Schlussrunde einen deutlich stärkeren Gegner hat als Rozentalis mit Gavrin.

Hier der Link zur heutigen Runde, die Daumen sind gedrückt: Württembergische Einzelmeisterschaft | Masters • Runde 8 • lichess.org

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