
DJEM 2026: 7. Runde

Altersklasse U16: Nervenschlacht im Schlüsselspiel – FM Neil Albrecht teilt den Punkt und bleibt auf Titelkurs
Nach seiner meisterhaften Königsjagd am Vortag fand sich FM Neil Albrecht mit 4,5 Punkten an Brett 2 mitten im Kampf um die Tabellenspitze wieder. Mit den schwarzen Steinen traf er auf den amtierenden NRW-Vizemeister Yusuf Amini (DWZ 2104) vom SC Monheim/Baumberg 1958, der im bisherigen Turnierverlauf bereits als absoluter Favoritenschreck von sich reden gemacht hatte.
Neils Gegner wählte mit den weißen Steinen durch die Züge d4, Sf3, g3 und b3 zunächst einen sehr kontrollierten, positionellen Weg. Amini wollte die Stellung offenbar beruhigen, um Neils gefürchteter Dynamik den Wind aus den Segeln zu nehmen. Doch der Sontheimer dachte gar nicht daran, sich auf ein langwieriges, zähes Manövrieren einzulassen. Mit beeindruckendem Selbstbewusstsein öffnete Neil die Stellung bereits extrem früh mit dem scharfen Hebel c5 im Zentrum. Dadurch flog das positionelle Konzept des Monheimers sofort in die Luft. Im Zentrum entwickelte sich im Handumdrehen ein offener Visierkampf und ein absolutes Schachfest für jeden Zuschauer im Turniersaal.
Im weiteren Verlauf stellte Neil eine listige Falle auf, die auf einen direkten Bauernfang abzielte. Der Monheimer durchschaute den taktischen Kniff jedoch im letzten Moment und verteidigte sich in der Folgezeit extrem zäh, umsichtig und fehlerfrei. Nach über vier Stunden Spielzeit und einer hochklassigen strategischen Absicherung auf beiden Seiten mündete die Partie folgerichtig in ein gerechtes Remis.
Durch die Sontheimer Brille ein fantastischer Teilerfolg: Da parallel auch das absolute Spitzenbrett im direkten FM-Duell mit einer Punkteteilung endete, verbläst der Rauch der siebten Runde ohne Verschiebungen an der Spitze. Neil schraubt sein Konto auf grandiose 5,0 Punkte und ist im morgigen Halbfinale weiterhin in der absoluten Schlagdistanz zur nationalen Schachkrone!
Altersklasse U14: Taktisches Angriffsfeuerwerk – Ben Kaufmann triumphiert durch spektakulären Damenfang!
Nach dem unglücklichen Turmblunder am Vorabend stand Ben Kaufmann (3,0 Punkte) vor einer echten mentalen Bewährungsprobe. An Brett 12 traf er mit Schwarz auf den zähen Ivan Kateryniuk (DWZ 1882) vom SC Rastatt. Für Ben ging es darum, den Kopf sofort frei zu bekommen und seine nominelle Favoritenrolle (DWZ 2051) auf dem Brett in Zählbares umzumünzen.
Und die Partie hielt von der ersten Sekunde an, was sie versprach: Ben wählte die konterträchtige Französische Veränderung. Sein Rastatter Kontrahent zeigte jedoch sofort, dass auch er keinesfalls mit einem schnellen Remis zufrieden war, und antwortete mit der hochmodernen, scharfen Vorstoßvariante inklusive des frühen Zuges a3. Beide Spieler suchten die kompromisslose Entscheidung und rochierten entgegengesetzt – Ben brachte seinen Monarchen am Damenflügel unter, während Weiß die kurze Rochade wählte.
Sofort entwickelte sich ein Wettrennen auf Leben und Tod, bei dem der Rastatter mit einem rasanten f-Bauern-Vorstoß die f-Linie aufriss, um eine Angriffsstraße gegen Bens Stellung zu eröffnen. Wer nun dachte, Ben würde sich passiv wegducken, sah sich gewaltig getäuscht. Mit grandioser Moral und enormem Mut zündete der Sontheimer die Konter-Lunte: Mit dem extrem scharfen Hebel f6 riss Ben im Gegenzug alle Tore sperrangelweit auf. Der offene weiße König drohte schlagartig unter mörderischen Beschuss der schwarzen Schwerfiguren zu geraten.
In dem daraus resultierenden, haarscharfen taktischen Schlagabtausch behielt Ben die absolute Übersicht und setzte das schachliche Highlight des Tages: Mit einer brillanten Kombination schnürte er die gegnerische Dame derart meisterhaft ein, dass es für die wichtigste weiße Figur kein Entrinnen mehr gab! Angesichts des drohenden, vollständigen Partieverlustes durch das Einsperren seiner Dame strich der Rastatter schließlich die Segel und gab auf.
Mund abwischen, Krone richten, Siegen! Nach dieser mentalen und schachlichen Glanzleistung feiert Ben den hochverdienten Befreiungsschlag. Mit nun 4,0 Punkten meldet er sich eindrucksvoll in der oberen Tabellenhälfte zurück, beweist echte Nehmerqualitäten und belohnt sich für seine furchtlose Angreifer-Mentalität nach dem gestrigen Tiefschlag!


