
Neil Albrecht gewinnt das Württembergische Masters

Und nicht nur das. Denn mit seiner sensationellen Leistung erzielte er seine erste IM-Norm, ein sattes Elo+ von 49,4 und kann sich zudem über ein Preisgeld von 1000€ freuen.
Aber der Reihe nach. Bereits gestern stand das Duell gegen seinen direkten Verfolger und Mannschaftskollegen vom Münchener SC, Eduardas Rozentalis, an.
8.Runde: FM Neil Albrecht – GM Eduardas Rozentalis
Kurz sah es so aus, als könnte Neil Vorteile aus der Eröffnung mitnehmen. Doch dann verflachte das Spiel in ein Damenendspiel mit verschiedenfarbigen Läufern und Neil spielte Dg4-f3, griff damit den f7-Bauern doppelt an, aber gab eben auch seinem Gegner die Chance zum Dauerschach:

Dieses nahm der Litauer natürlich an und spielte Dg5+. Die dreimalige Stellungswiederholung war der Fall und Neil hielt mit dem Remis seinen Gegner auf Abstand.
Hier die Partie zum Nachspielen: Württembergische Einzelmeisterschaft | Masters – Runde 8
Nun stellte sich aber die Frage “Was tun? ” für Neil. Denn sicher war er bereits Zweiter des Turnieres. Da sein Verfolger Rozentalis aber mit Weiß gegen den vermeintlich schwächsten Spieler im Feld ran durfte und zudem bei Punktgleichheit die bessere Unterwertung (die 3. Sonnebornberger) hätte, müsste Neil gegen Enis Zuferi gewinnen, um das Masters zu gewinnen und 400€ mehr Preisgeld einzuheimsen. Allerdings würde zu viel Risiko zwar nicht den 2.Platz, aber die IM-Norm gefährden.
Neil entschied sich für nichts “Überzogenes” und wartete ab, wie viel Zuferi bereit war zu riskieren.
9. Runde: FM Enis Zuferi – FM Neil Albrecht
Der Heilbronner war durch seine starke Leistung beim Deutschen Kandidatenturnier bereits für Selbiges im Folgejahr qualifiziert, hatte aber noch gewisse Restchancen auf den Titel des Württembergischen Meisters. Und vielleicht deswegen ließ er sich hier zum Einschlag auf f7 hinreißen:

Wie man am Enginebalken rechts erkennen kann, hätte Neil nach Se4 nur minimalen Vorteil. Nach Sxf7 Txf7, Lg6 De8, Le2? zeigte die Engine dann schon -2,0 an. In der Folge verbesserte Neil seine Stellung bis auf -2,8, tauschte dann aber in folgender Stellung die Dame (hatte er mir das in Gmünd nicht erklärt, dass man das in besserer Stellung besser nicht macht? 😉 ):

Damit schrumpfte sein Stellungsvorteil um 0,7, aber trotzdem sah die Stellung noch siegversprechend aus.
In der Zwischenzeit hatte Rozentalis seine Partie gegen Gavrin gewonnen und somit war endgültig klar, dass Neil für Platz 1 gewinnen musste.
Neil hielt dem Druck stand, stellte seine beiden Leichtfiguren immer aktiver, gewann Bauer um Bauer und somit schlussendlich seine Partie. Somit hat er sowohl das Masters mit wahnsinnigen 7/9 gewonnen und natürlich auch seine erste IM-Norm erreicht.
Hier die Partie zum Nachspielen: Württembergische Einzelmeisterschaft | Masters – Runde 9
Link zur Seite des SVW: WSF 2026
Link zu chessresults: Schachturnier-Ergebnisserver Chess-results.com – WEM-M2026
Natürlich wäre es für Neil wie auch für uns sehr schön gewesen, wenn Neil Württembergischer Meister geworden wäre (denn so einen hatten wir in Sontheim noch nie, “nur” Württembergische Pokalsieger), aber das kann angesichts der sensationellen Leistung von Neil nicht wirklich ein Wermutstropfen sein. Und wer weiß, vielleicht kommt Neil ja auf einem anderen Weg zum Deutschen Kandidatenturnier?
Wir freuen uns mit Neil, gratulieren ihm zu diesem Megaerfolg und drücken ihm auf dem Weg zum Internationalen Meister (IM), auf welchem er mit diesem Turnier und seiner ersten Norm den ersten von vier Schritten geschafft hat (Infos zu den Kriterien gibt es hier: 2 IM-Normen für Bavaria – Schachclub BAVARIA Regensburg von 1881 e.V.), ganz fest die Daumen. Siegerbilder folgen (hoffentlich) noch!
Glückwünsche gehen natürlich auch an den Württembergischen Meister Georg Braun (Bebenhausen) und Eduard Miller (Heilbronn) zum Erreichen der Qualifikation zum Deutschen Kandidatenturnier.


