20. Herbstopen in Deizisau

Vom 23.10. bis 26.10.2026 fand in Deizisau das mittlerweile 20. Herbstopen statt.

Dieses Jahr nahmen leider nur zwei Sontheimer teil, wurden aber durch alte “Weggefährten”, wie Franky, als Kiebitz, supported.

Da wir beide mit einem Bye starteten, hatten wir drei schöne Doppelrunden im Turnier.

Ben holte 3,5 Punkte aus 6 und ich 4 Punkte aus 6.

Beide haben wir uns startplatzmäßig und zahlenmäßig verbessert.

Endtabelle

Ben hatte wieder starke Partien, aber umso bitterer waren seine Niederlagen. Bei beiden stand er Minimal besser und bekam das Remisangebot seines Gegners, wollte aber den vollen Punkt mitnehmen.

Leider hat er dann zweimal geblundert und die Partien eingestellt. So gehen zwar ca. 30 Punkte ab, aber die Erfahrung und der Kampfeswille wurde dadurch gestärkt. Durch Fehler lernt man einfach mehr, auch wenn das schmerzlich ist.

Apropos schmerzlich war auch meine einzige Niederlage im Turnier gegen den Turnierfavoriten IM Jonathan Carlstedt.

 

 

Ich hatte dort im Mittelspiel als Schwarzer diese bequeme Stellung erreicht und wusste, dass ich besser stehe.

Die Engine sagt sogar hier -4, was ich aber so nicht so stark eingeschätzt hatte.

Mein Springer steht bombastisch und der schwarzfeldrige Läufer hat nur ein sinnvolles Feld.

Jeder würde hier die Türme verdoppeln und dann mit Druck auf d2 auf Sieg spielen.

Aus Respekt vor dem IM-Titel und dem Hintergrund, dass ich dachte, dass dieser so und so das Remis halten wird, wählte ich als nächsten Zug Dd3 und bot Remis.

Die Engine halbiert hier nun die Bewertung auf -2.

Taktisch war zudem das Remisgebot, da auch “Jonny” wusste das er schlechter steht und er von der Zeit schlechter stand und das Gebot auch wiederum Zeit kosten würde.

Aber, nachdem er bereits morgens einen vollen Punkt abgegeben hatte, musste er natürlich hier voll punkten, um noch Vorne mitzuspielen.

Er spielte Tb1 und hoffte, dass ich nach dem Remisgebot die Damen abtausche, was ich auch machte.

Die Stellung ist nun ausgeglichen und meinen darauffolgenden Blunder mit Sb4, hab ich auch gleich im Moment als solchen bemerkt, als ich die Uhr drückte.

Er muss nur Lb2 spielen und muss überhaupt gar nicht auf den Springerzug reagieren. Der Läufer kommt sofort nach f6 und er kann bequem seine Türme verdoppeln und das Spiel gewinnen. Dieses Tempo kostet die Partie und brachte zumindest ein nettes Lob des sympathischen IM ein.

Aber irgendwann gleich sich im Schach alles aus und ich hatte die letzten beiden Runden, nach strategischen Fehlentscheidungen eigentlich verlieren müssen, konnte aber jedesmal meine junge Gegner noch zu einem Remisangebot animieren.

Vielleicht hatte ich dort einfach als ELO/DWZ-Stärkerer ja den “Der-Verliert-das-Nicht-Bonus”.

 

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