
Spieltag1 : Gelungener Saisonauftakt mit Nervenkitzel

Was für ein Start in die neue Spielzeit! Zum Saisonauftakt gelang den Sontheimern bei der zweiten Mannschaft des Heidenheimer Schach-klubs ein hart erkämpfter 4,5 : 3,5-Auswärtssieg. Damit glückte nicht nur die Revanche für die knappe Niederlage aus dem Vorjahr, sondern auch der perfekte Start in die neue Runde, inklusive taktischer Brillanz, bitterer Ausrutscher und nervenstarker Premieren.
Den perfekten Auftakt zur neuen Saison besorgte Ernst an Brett 8, der ein wahres taktisches Meisterwerk aufs Brett zauberte. Nach einer soliden Eröffnungsphase wähnte sich sein Gegner nach dem Figurentausch von Springer gegen Läufer in trügerischer Sicherheit. Ernst hatte jedoch einen Plan: Er lenkte die gegnerische Dame geschickt nach c7, ehe ein verheerendes Springer-Doppelspiel begann. Zunächst gab der erste Springer auf e6 Schach. Der Heidenheimer erkannte sofort was ihm geschehen war und überlegte lange, doch erkannte das es keinen Ausweg aus der Situation gab. Doch zumindest eine Figur konnte er noch aus dem Spiel nehmen, doch dies reichte nicht. Der zweite Springer rückte sofort nach und schlug den dort ansässigen Baur. Erneut Schach und diesmal konnte der Gegner nichts tun als die Dame aufzugeben. Doch dies war nicht das Ende. Als er die Dame schlug, kam das zweite tückische Bild ans Licht. Eine erneute SPRINGERGABEL, die die Türme diesmal angriff. Dieser Materialverlust war dem Heidenheimer dann doch zu viel. Zwar kämpfte der Heidenheimer mit zwei Leichtfiguren und einem Turm gegen Dame und zwei Türme noch eine halbe Stunde verbissen weiter, doch Ernst wehrte alle Gegenangriffe souverän ab und konnte die Parte schließlich für sich entscheiden. – 1 : 0.
Kurz darauf folgte an Brett 6 der Dämpfer: Marc lieferte sich ein von Beginn an scharfes, offenes Gefecht mit zahllosen Abtauschen. Beide Stellungen blieben lange balanciert, doch der Gegner koordinierte seine beiden Türme und einen aktiven Springer letztlich präziser. Marc geriet in die Defensive, konnte seinen eigenen Angriff nicht mehr durchdrücken und lief in ein unglückliches Matt – 1 : 1.
An Brett 2 teilte sich Johannes derweil die Punkte. In einer sehr symmetrisch angelegten, ruhigen Partie mit bedachtem Zeiteinsatz entstand ein logisches und unaufgeregtes Remis – 1,5 : 1,5.
Für Neuzugang Manfred an Brett 1 verlief das Saisondebüt unglücklich: Zunächst stand eine ruhige, aber schwer zu berechnende taktische Auseinandersetzung auf dem Brett. Sein Heidenheimer Kontrahent fand im Mittelspiel jedoch die besseren Manöver, überspielte Manfred Schritt für Schritt und brachte die Gastgeber in Führung – 1,5 : 2,5.
Doch der zweite Debütant stach prompt: Bernd zeigte an Brett 5 eine blitzsaubere Leistung. Aus einer grundsoliden Stellung heraus bestrafte er jede noch so kleine Schwäche seines Gegenübers mit chirurgischer Präzision. Als die materiellen und positionellen Einschläge zu viel wurden, strich der Heidenheimer folgerichtig die Segel – 2,5 : 2,5.
Den Wendepunkt markierte Jonathan an Brett 3. In einer zähen, scheinbar remislastigen Begegnung bewies er enormen Kampfgeist. Durch kluge strategische Umgruppierungen im Endspiel kippte er die Partie zu seinen Gunsten und verwandelte das Unentschieden in einen vollen Zähler – 3,5 : 2,5.
Nun wurde es dramatisch: Tony lieferte an Brett 4 das Kuriosum des Tages. Nach verhaltenem Beginn entwickelte sich ein dynamischer Kampf, in dem Tony durch ein sauberes Manöver eine gegnerische Ungenauigkeit ausnutzte und eine Figur gewann. Doch statt den Sack trocken zuzumachen, begann er zu „schnorkeln“. Auf der Jagd nach einem schnellen Mattbild übersah er eine fatale Fesselung seiner Dame. Die Partie kippte komplett, die Stellung war verloren und Heidenheim glich wieder aus – 3,5 : 3,5.
Alles hing nun an der letzten laufenden Partie an Brett 7. Benedikt zeigte im Gegensatz zu Brett 6 das Spiegelbild des dynamischen Schlagabtauschs: Auch hier ging es früh drunter und drüber mit vielen Abtauschen, doch dieses Mal behielt der Sontheimer das Heft des Handelns fest in der Hand. Mit druckvollem Angriffsspiel überrollte er die gegnerische Stellung und holte unter großem Jubel den entscheidenden Zähler zum Mannschaftssieg – 4,5 : 3,5.

