
Halbzeit in Vlissingen

Halbzeit in Vlissingen – 5. Runde:

Für mich stand wieder ein niederländischer Gegner auf dem Programm, der als Weißer die seltene Bird-Eröffnung wählte.
Ich konnte mir früh Entwicklungsvorsprung verschaffen und landete in folgender Stellung:

Der gegnerische Springer zog von d2 zurück nach b1 und drohte nach c3 zu springen und meinen Turm einzusperren. Des weiteren drohte Dd1 mit Doppelangriff auf Turm und Springer, was auf Grund Sxe3 zuvor nicht möglich war.
In dieser Stellung überlegte ich länger und favorisierte zunächst Df6. Zuvor überlegte ich auch wilde Sachen wie Sxh2 nebst Dg5.
Da die gegnerische Dame hier aber das schöne Feld h5 abdeckte, war auch schnell klar, welcher Zug als nächstes ins Auge sprang.
Nach Lb4 blieb der Dame nichts anderes übrig als auf g3 zu ziehen. Nach ich dann Sh6 nebst Sf5 sah, schätzt ich dies als für Schwarz sehr angenehm ein.
Hier griff Weiß allerdings fehl und spielte den vorbereiteten Zug Dd1, was nach Dh5, h3, Dg3, DxSg5, Txg2 nebst Th2 zum Matt führte.

Ben spielte gegen den Deutschen Andy Sievers. Dieser wählte einen Katalanisch-Verschnitt und Ben kam gedrückt aus der Eröffnung. Als Ben sich zusehends im Mittelspiel wieder gut in Spiel brachte, konnte der Gegner mit einem temporären Springeropfer einen Bauern gewinnen.
Ben hatte jedoch trotz des Minusbauern eine aktive Stellung und ausreichend Kompensation.
Ben wählte aber den Abtausch der beiden Türme und hoffte im Damenendspiel auf ein Dauerschach bzw. auf den nicht umsetzbaren Vorteil des Gegners. Er übersah hier aber erneut eine taktische Abwicklung, bei der er wieder einen Bauern einbüßte.
Statt des Abtausches hätte er gleich die gegnerische, offene Königsstellung mit der Dame angreifen können und wäre hier trotz des materiellen Nachteils sogar besser gestanden.
Die beiden Minusbauern waren jedoch zu viel, so dass er leider zur Aufgabe gezwungen war.


