DJEM 2026: 9. Runde (Finale)

Altersklasse U16: Taktischer Schlagabtausch an Brett 3 – Remis nach dramatischem Finale

Vor der finalen Runde hatte sich FM Neil Albrecht mit 5,5 Punkten eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet. Mit den weißen Steinen traf er an Brett 3 auf den punktgleichen FM Nikita Nechitaylo (DWZ 2331) vom HSK Lister Turm aus Hannover.

Die Partie entwickelte sich von Beginn an zu einem scharfen theoretischen Duell in der Sizilianischen Verteidigung.

Ab dem 24. Zug suchte Neil mit dem Vorstoß 24. f4 die Initiative am Königsflügel, was jedoch auch zu einer Schwächung der eigenen Königsstellung führte. Der Hannoveraner nutzte diese Ungenauigkeit, installierte einen gefährlichen Freibauern auf der d-Linie, der durch einen Springer wirkungsvoll unterstützt wurde, und erarbeitete sich im Mittelspiel einen klaren Vorteil.

Inmitten dieses intensiven taktischen Schlagabtausches passierte im 31. Zug die entscheidende Wendung der Partie: Der Gegner schlug anstelle der Dame mit dem Turm den Läufer und vergab damit im Bruchteil einer Sekunde seinen gesamten Vorteil. Neil schaltete blitzschnell um und nutzte die veränderte Konstellation auf dem Brett, um mit der Dame ein forciertes Dauerschach zu geben. Angesichts dieses ewigen Schachs wurde gleich Remis vereinbart. Damit beendet Neil eine starke Meisterschaftswoche mit hervorragenden 6,0 Punkten in der Endabrechnung.

Altersklasse U14: Strategische Reifeprüfung fordert Tribut – Ben Kaufmann muss nach zähem Ringen aufgeben

Nicht minder spannend war die Ausgangslage am Nachbarbrett bei Ben Kaufmann in der U14. Nach seiner gestrigen, heroischen Rettungsaktion im Zeitnot-Drama, bei der er sich mit einem genialen Dauerschach den halben Punkt sicherte, ging Ben mit starken 4,5 Punkten in die finale Runde.

Foto von Nils Katzenstein 

An Brett 8 wartete mit den schwarzen Steinen der DWZ-Riese Nazar Tarasenko (DWZ 2077) vom SV Kaponier Vechta. Gegen dessen hochsolides Damengambit fand Ben zunächst exzellente Hebel und hielt bärenstark dagegen. In dem tiefgründigen positionellen Manövrierduell unterlief Ben jedoch der unglückliche Springerausflug …Sa5, der das schwarze Pferd am Damenflügel ins Abseits beorderte.

Der Kontrahent aus Vechta nutzte dieses temporäre Übergewicht im Zentrum eiskalt aus und baute enormen positionellen Druck auf. Nach einer Reihe von erzwungenen Abtauschen klaffte in Bens Stellung eine chronische und schmerzhafte Schwäche auf dem Feld e6, die der Gegner unbarmherzig belagerte. Ben wehrte sich mit Händen und Füßen, geriet jedoch immer weiter in die Defensive. Im weiteren Verlauf des zähen Abnutzungskampfes verlor der Sontheimer schließlich eine ganze Qualität. Angesichts des materiellen Nachteils und der zerrütteten Stellung blieb Ben am Ende keine Wahl mehr: Schweren Herzens musste er die Partie im Finale aufgeben. Eine bittere Pille im letzten Spiel, die jedoch eine absolut grandiose Gesamtleistung im Turnierverlauf nicht schmälert!

 

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