DPMM: Sontheim schlägt St. Pauli

Früh startete die 5-stündige Anfahrt nach Leipzig (mit Ladestop) am Samstag. Dankenswerterweise erklärte sich Tobias Albrecht (Vater von Neil) bereit, das Viererteam zur ersten Zwischenrunde des Deutschen Pokals der Sontheimer Schachgeschichte zu fahren. So kamen alle ausgeruht und überpünktlich um 13h im Denksportzentrum Leipzig an.

Spannend wurde es dann um 13:40 als die Auslosung bevorstand. Als Erstes wurde die OSG Baden-Baden gezogen und vermutlich hofften alle anderen drei Teams nun, nicht als Zweites gezogen zu werden. “Getroffen” hat es schließlich die Gastgeber der SG Leipzig. Das bedeutete für uns ein Duell mit dem FC St. Pauli.

Beide Teams stellten nach DWZ auf, was für Neil und Thomas rein von den DWZ-Zahlen schwere Aufgaben an 1+2 bedeuteten, dafür waren wir an 3+4, den Brettern von Sören und Kevin, leichte DWZ-Favoriten.

Nach der Eröffnung sah es auch nicht wirklich gut für uns aus, denn von den Schwarzbrettern von Thomas Brückner und Sören Pürckhauer drohten zwei Niederlagen. Thomas hatte laut eigenen Aussagen seine gespielte Eröffnung bisher zu selten auf dem Brett. Das druckvolle Spiel seines Gegners veranlasste Thomas zu einem Qualitätsopfer, welches aber die Niederlage nicht abwenden konnte. Sören kam mit Schwarz schnell in eine sehr passive Stellung, welche für Optimisten vielleicht bestenfalls noch für ein Remis gut war. Sein Remisangebot wurde von seiner Gegnerin aber natürlich abgelehnt.

Matchentscheidend war nun aber erstmal das Geschehen am 1.Brett von Neil Albrecht. Gegen den Internationalen Meister (mit 2400+) der Paulianer, sah sich Neil gezwungen, eine Qualität für einen Bauern zu geben. In der Folge entwickelten sich die beiden Leichtfiguren von Neil als Matchwinner und gewannen erst einen weiteren Bauer und schließlich die Qualität zurück. Als Neil mit seinen Schwerfiguren in des Gegners Stellung eindringen und dort einen Läufer gewinnen konnte, war die Sensation perfekt und unsere Hoffnung wieder am Leben.

Denn am Brett von Kevin Walter gab es berechtigte Hoffnungen, dass dort der zweite Punkt herkommen könnte (was bei einer Niederlage von Sören einen Gleichstand auch nach Berliner Wertung und damit ein Ausblitzen bedeutet hätte). Leider bekamen aber plötzlich die Schwerfiguren von Kevins Gegner die offene d-Linie. In der Folge zwangen viele Drohungen Kevin zu einem unvorteilhaften Damentausch. Das daraus resultierende Turmendspiel war für Kevin leider nicht zu halten.

Doch die Schachgöttin meinte es gut mit uns. Sörens Springer wurden etwas aktiver und letztlich konnte sich einer tauschen und das Läuferpaar der Gegnerin zerstören. Vermutlich war der Zwischenzug Turm h8 dann der gewinnbringende. Er gab zwar den a6-Bauern auf und ließ den Turm der Weißen in die Stellung, aber bekam dafür einen starken Turm am Königsflügel. Dieser wurde in der Folge zu stark und nach einem Läufergewinn war der Sieg perfekt.

Nun stand es zwar auch 2:2, aber durch die Siege an 1+3 sprach die Berliner Wertung 6:4 zu unseren Gunsten.

Jetzt musste schnell ein Hotel her, denn die “Optimisten” hatten zwar Sachen für eine Nacht eingepackt, aber natürlich kein Hotel im Vorfeld gebucht. Dieses fand sich schnell am Augustusplatz und somit stand einer zielgerichteten, kurzen Stadtführung vorbei an Oper, Gewandhaus, Auerbachs Keller und dem alten Leipziger Rathaus Richtung Barfußgässchen nichts mehr im Wege. Nach einer Stärkung im Bar-fusz mit vorheriger Analyse der Partien des Tages (Danke an die SG Leipzig für das geliehene Brett) ging es wieder zurück ins Hotel zur mehr oder weniger umfangreichen Vorbereitung auf die OSG Baden-Baden.

Das Duell mit dem deutschen Rekordmeister, die mit einem ehemaligen Weltmeister antreten werden, wird sicherlich ungleich schwerer wie am Vortag. Jeder halbe Punkt darf als Erfolg gesehen werden.

So oder so, mit dem Erreichen der 2.Zwischenrunde ist man automatisch für die 1.Zwischenrunde des Deutschen Pokals 2027 qualifiziert.

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