Neil Albrecht spielt starke WM in Italien

Da die Heidenheimer Zeitung uns ihren Artikel sowie die Erlaubnis, diesen online zu stellen, überlassen hat, tun wir das natürlich gerne und sagen an dieser Stelle Recht herzlich vielen Dank. Erschienen ist der folgende Artikel am 03.07.2026.

Neil Albrecht aus Gerstetten war bester Deutscher bei der Schach-WM in Montesilvano

Zum zweiten Mal durfte der junge Gerstetter Neil Albrecht Deutschland bei einer Schach-Weltmeisterschaft vertreten. Im italienischen Montesilvano hatte sich der 15-Jährige mit sehr starker Konkurrenz auseinanderzusetzen und war am Ende bester Deutscher in der Altersklasse U16.

Neil Albrecht vom Schachklub Sontheim hatte sich mit seinen 15 Jahren bereits das zweite Mal für die Jugend-Schachweltmeisterschaft qualifiziert. Nach Rang 42 im Vorjahr wurde der Gerstetter dieses Mal 26. und war damit bester Deutscher seiner Altersklasse U16.

Was ihn in Montesilvano (Italien) von Mitte bis Ende Juni erwarten würde, war ungewiss, hatten doch viele Gegner keine aussagekräftigen Rating-Zahlen. „Es war schon ein sehr starkes Feld“, berichtet Neil Albrecht und fügt an: „Unter anderem waren Ex-Europameister Mykola Korchynsyi und der starke Österreicher Lukas Dotzer dabei, und gerade die Teilnehmer aus Usbekistan waren viel besser als ihr Rating.“

Nur eine Niederlage

Der Gerstetter startete mit einem Remis und zwei Siegen ausgezeichnet in das Turnier, verlor dann in der vierten Runde gegen Rauf Kasimov aus Usbekistan, einem der Länder, in denen der Schachsport derzeit ziemlich boomt. Es blieb aber seine einzige Niederlage im Turnier. Nach wiederum zwei Remis gelang Neil Albrecht in der siebten Runde beim Sieg über Yen-Hsiu Wong aus Singapur seine beste Partie.

In den letzten vier Runden des langen und kräftezehrenden Turniers kamen dann nochmals drei Remis und ein Sieg dazu. Damit kam er auf sieben Punkte, so wie alle Spieler zwischen Platz 15 und 28. Aufgrund der Feinwertung wurde Neil Albrecht als 26. unter 155 Teilnehmern gewertet, ein halber Punkt mehr hätte mindestens Rang 14 beschert.

Im jüngeren Jahrgang

Mit dem Ergebnis zeigt er sich aber zufrieden, zumal er damit bester deutscher Spieler in seiner Altersklasse war. „Und ich gehöre ja noch dem jüngeren Jahrgang an, kann nächstes Jahr wieder angreifen“, sagt der Gerstetter, der sogar noch vor Dotzner (Elo 2495) landete und sich im Vergleich zu seinem WM-Debüt deutlich verbesserte. Vor einem Jahr hatte er in der U14 den 42. Rang erreicht. Auch der Verlust von ein paar Rating-Punkten stört nicht. „Das ist bei so einem Turnier zu erwarten, die hole ich mir beim nächsten Open wieder“, sagt Neil Albrecht, der aktuell mit 2344 gewertet wird. Den Titel holte sich souverän mit 9,5 Punkten Ahmad Khagan aus Aserbaidschan. Er gilt als eines der größten Talente, besiegte als 13-Jähriger schon einmal im Blitzschach Weltklassespieler Hikaru Nakamura.

Nicht nur sportlich war es eine erfolgreiche Reise nach Italien. „Montesilvano ist eine schöne Stadt, noch nicht so sehr touristisch. Wir konnten uns immer am Strand entspannen, abends auch mal Volleyball spielen“, sagt Neil Albrecht, der von seinem Vater begleitet wurde. Die Präsidenten des Weltverbands und des Italienischen Verbands waren da, auch bekannte Schach-Profis besuchten die Titelkämpfe und führten jeden Tag den symbolischen ersten Zug aus. Die Stimmung in der deutschen Delegation, die von einem Trainer begleitet wurde, war immer gut. An einem Abend wurde auch zusammen mit den Teams aus Österreich und der Schweiz Fußball geschaut.

Neil Albrecht spielt nun am Sonntag noch einmal im Viererpokal für den SK Sontheim, es wird die letzte Partie für den Verein, in dem er seine so beeindruckende Karriere gestartet hat. Ab Oktober tritt der 15-Jährige dann für den Münchner SC in der 2. Bundesliga an. Vorher steht aber noch der ein oder andere Wettkampf an, unter anderem das württembergische Meisterturnier, bei dem er wieder den Jugendplatz erhalten hat.

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